Geschäfts­bericht 2019

Themen im Überblick

Motivation
Nachhaltigkeit als Selbstverständnis
1
Anpassung
Intelligenter Umgang mit Klimafolgen
2
Naturschutz
Bienen, Blühwiesen und Artenvielfalt
3
Innovation
Der SAGA-Quartiersansatz
4
+ 75 %
der Wohnungen sind energetisch modernisiert

> 60 %
CO2-Einsparungen seit 1990 im Bereich Raumwärme

Nach­haltigkeit & Klimaschutz

Neu denken

Die SAGA Unternehmensgruppe bekennt sich zu den Klimaschutzzielen des Hamburger Senats. Sie hat seit 1990 bereits mehr als 60% CO2 im Bereich Raumwärme eingespart. Das Geschäftsmodell der SAGA ist gleichermaßen auf sozial verträgliche Mieten sowie den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Von daher sind wir in besonderer Weise gefordert, einen Beitrag zur Lösung des Zielkonfliktes zwischen der Absicherung sozialer Mieten und der Erreichung der Klimaschutzziele durch innovative Lösungsansätze im Sinne einer ganzheitlichen Ausrichtung unserer Geschäftspolitik zu leisten.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz erfordern Motivation: Wir brauchen engagierte Mitarbeiter, damit wir uns den Herausforderungen der Zukunft stellen können. Wir müssen uns heute an die Folgen des Klimawandels anpassen und dabei spielt der aktive Naturschutz eine tragende Rolle. Schließlich müssen wir zukunftsfähige Lösungen durch Innovation ermöglichen.

1

Motivation

Nachhaltigkeit als Selbstverständnis

Nachhaltigkeit prägt unser Selbstverständnis in unserer strategischen Ausrichtung wie im Unternehmensalltag. Ausdruck dieses Selbstverständnisses ist etwa unsere Flotte von E-Fahrzeugen für dienstliche Fahrten, die von der eigenen Photovoltaikanlage der Barmbeker Zentrale mit Strom versorgt wird, aber auch die konsequente Müllvermeidung und kontinuierliche Reduktion von Plastikprodukten.


Elf elektrische E-Smarts
für dienstliche Fahrten
reduzieren die CO2– Emissionen
der SAGA Unternehmensgruppe.


Unsere Auszubildenden haben in diesem Sinne im Rahmen von Projekten eigene Schwerpunkte im Bereich Nachhaltigkeit gesetzt. Daraus entstanden sind die Umstellung der Werbe- und Büroartikel auf plastikfreie Alternativen sowie selbst konzipierte Upcycling-Kurse als Teil des internen Weiterbildungsprogramms.


In zwölf Quartieren
nutzen unsere Hauswarte
Pedelecs.


Um weitere Energieeinsparpotenziale innerhalb des Unternehmens zu identifizieren, haben sich zwei Auszubildende 2019 zu so genannten „Energie-Scouts“ ausbilden lassen. Organisiert wird das Qualifizierungsprojekt von der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg. In einer Reihe von Workshops werden die Teilnehmer befähigt, in ihren Betrieben Energieeinsparpotenziale zu erkennen und entsprechende Projekte in die Wege zu leiten.


NIKLAS WOLFF &
LAURA ZOE RODEWALD,

angehende Immobilienkaufleute


Die Auszubildenden Laura Zoe Rodewald und Niklas Wolff haben sich intensiv mit Stromeinsparungen durch verstärkte Nutzung von LED-Leuchtmitteln, der Nutzung von Abwärme sowie Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation auseinandergesetzt. Einige der vorgeschlagenen Ideen befinden sich bereits in der Umsetzung.

2

Anpassung

Intelligenter Umgang mit Klimafolgen

Infolge des Klimawandels nehmen heiße und trockene Sommer und Starkregen-Ereignisse zu. Die Wohnungswirtschaft ist in besonderer Weise gefordert, sich an diese Folgen des Klimawandels anzupassen. Die SAGA unterstützt das Projekt RISA (RegenInfraStrukturAnpassung) der Behörde für Umwelt und Energie und Hamburg Wasser und pilotiert im Quartier „Am Weißenberge“ den zukunftsfähigen Umgang mit Regenwasser. Dabei steht insbesondere die Schaffung zusätzlicher Versickerungsflächen im Mittelpunkt, mit dem Ziel, bei normalen Regenereignissen kein Regenwasser ins Siel einleiten zu müssen. Am Weißenberge wurden verschiedene dezentrale Entwässerungselemente miteinander kombiniert, die Wasser aufnehmen und versickern lassen oder durch Verdunstung wieder freisetzen.

1. Gründächer

Begrünte Dachflächen ersetzen die versiegelte Grundfläche des Gebäudes. Die Konstruktionen ermöglichen, dass sich Wasser anstauen, durch die Vegetationsschicht in Speicherelemente abgeleitet werden oder über die Bepflanzung verdunsten kann.

2. Rigolensysteme

Erst nach der Sättigung des Systems durch tagelang anhaltende Regenfälle oder Jahrhundertereignisse wird Wasser in so genannte Rigolen, hier zumeist oberirdische Auffangsysteme, geleitet. Auch hier versickert das Wasser in der Regel und wird erst ab einer Stauhöhe von rund 30 Zentimetern durch ein Überlaufrohr abgeleitet, z. B. in weitere unterirdische Rigolensysteme.

3. Regen­rückhaltebecken

Am Ende des Systems steht das neu angelegte Regenrückhaltebecken. Dieses ist mit sickerfähigem Sand bzw. Kies ausgelegt, sodass auch hier Regenwasser ins Grundwasser gelangt. Für den seltenen Fall, dass der Boden die Regenmenge nicht aufnehmen kann, hält das Becken Wasser bis zu einer Füllhöhe von einem Meter zurück, bevor Wasser dann verzögert ins Siel eingeleitet werden muss.

Quartier „Am Weißenberge“: Zwischen den Straßen Suhrenkamp und Maienweg baut die SAGA Unternehmensgruppe in Hamburg-Ohlsdorf auf 13,5 Hektar in acht Bauabschnitten rund 850 Wohnungen, von denen rund 90 Prozent öffentlich gefördert sind. Zusätzlich wurden eine Kindertagesstätte und eine Seniorenwohnanlage mit 114 barrierefreien Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen für Menschen ab 60 Jahre sowie ein neu angelegter Park realisiert.

Verschiedene Systeme halten Regenwasser vor Ort zurück, lassen es versickern oder verdunsten.

3

Natur­schutz

Bienen, Blühwiesen und Artenvielfalt


Imker und SAGA-Mitarbeiter

Lasse Drube kümmert sich um die
Bienen in Rahlstedt-Ost.


Lebenswerte Quartiere zeichnen sich nicht nur durch funktionierende Nachbarschaften aus. Auch ein gesundes natürliches Umfeld hat großen Einfluss auf die Lebensqualität vor Ort. Der Schutz heimischer Tier- und Pflanzenwelt ist daher für die SAGA Unternehmensgruppe von besonderer Bedeutung. Um ein Zeichen gegen das Bienensterben zu setzen, wurden bereits 2017 acht Bienenvölker in Rahlstedt-Ost angesiedelt. 2019 folgten fünf weitere an den Standorten Neuwiedenthal und Barmbek. Im Rahmen von Bienensprechstunden durch einen Imker und einem jährlichen Honigerntefest werden die Bewohner aktiv miteinbezogen und für das Thema sensibilisiert. Doch nicht nur Bienen verdienen Schutz, eine reiche Insektenwelt ist unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht. Als wichtige Pflanzenbestäuber und Schädlingsbekämpfer verwerten sie außerdem organische Stoffe und sind Nahrungsquelle für andere Tierarten. Daher legt die SAGA Unternehmensgruppe bei der Gestaltung der Außenanlagen zunehmend den Fokus auf naturnahe Bepflanzung wie Blüh- und Insektenwiesen und wird dabei vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) unterstützt. Ein Beispiel hierfür ist Rahlstedt-Ost, wo auf einem zentralen Grünzug ein Blühstreifen angelegt wird. An zahlreichen weiteren Standorten werden die Außenanlagen schrittweise naturnah umgestaltet, mit heimischen und insektenfreundlichen Sorten bepflanzt – so beispielsweise auch in Steilshoop oder in den Außenanlagen der SAGA-Zentrale.



Immer mehr Bienenvölker
siedeln auf SAGA-Grundstücken.
Insektenschutz ist Artenschutz, deswegen lassen wir es wachsen. Wie zum Beispiel die Blühwiesen in unseren Beständen, aber auch Gräser und Wildblumen auf unseren Rasenflächen. Ergänzt durch Bienenprojekte, Nistkastenaktionen und Informationsveranstaltungen zur pollenreichen Balkonbepflanzung tragen wir zum Naturschutz bei. Immer in enger Kommunikation und mit Beteiligung unserer Mieter. Denn nur gemeinsam können wir umdenken und etwas bewirken.


KERSTIN RIEKE
Geschäftsstellenleiterin Rahlstedt
24.000 m²
Gründächer

1.700 m²
Kollektorfläche für Solarthermieanlagen

3,4 Mio. m²
Rasenfläche auf Grundstücken der SAGA Unternehmensgruppe

4

Innovation

Der SAGA-Quartiersansatz

Die SAGA Unternehmensgruppe setzt strategisch auf einen innovativen Portfolioansatz, um einen Beitrag zur Lösung des Zielkonfliktes zwischen sozial verträglichen Mieten und der Erreichung der ambitionierten Hamburger Klimaschutzziele zu leisten. Zur Reduktion von CO2-Emissionen stand bislang die energetische Ertüchtigung einzelner Gebäude im Vordergrund. Die konsequente Fortführung dieser Strategie würde langfristig zu einer deutlichen Mietsteigerung führen. Daher hat die SAGA mit verschiedenen Partnern den energetischen Quartiersansatz entwickelt und in einer ersten Machbarkeitsstudie überprüft. Der energetische Quartiersansatz setzt neben der erforderlichen energetischen Ertüchtigung einzelner Gebäude auf eine innovative Wärme- und Stromversorgung ganzer Quartiere, ermöglicht unternehmensübergreifende Kooperationen, setzt Synergien frei und fördert zukunftsfähige Innovationen.


Wie hier in Rothenburgsort werden
stets ganze Quartiere ins Blickfeld
genommen.


Vorausetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des energetischen Quartiersansatzes sind verbindliche Klimaschutzziele für die Wohnungswirtschaft sowie die Messbarkeit der Zielerreichung. Im Dezember 2019 hat der Hamburger Senat sich in der Fortschreibung des Hamburger Klimaplans auf eine verbindliche Reduzierung von Treibhausgasemissionen unter anderem im Gebäudesektor geeinigt und diesbezüglich eine Experimentierklausel für derartige Quartiersansätze vorgesehen.

Perspektivisch soll ein CO2-Zertifikatehandel für die Hamburger Wohnungswirtschaft entwickelt werden, der die Erreichung der Hamburger Klimaschutzziele durch einen effizienten, marktorientierten Maßnahmen- und Ressourcenmix ermöglicht. Ziel ist es, den energetischen Grenznutzen zu steigern und die Grenzkosten der erforderlichen energetischen Maßnahmen zu senken. Davon profitieren gleichermaßen das Klima, die Mieter und die Hamburger Wirtschaft durch freigesetzte Innovationen insgesamt.

So könnte künftig auch ein Zertifikatehandel in der Wohnungswirtschaft aussehen:

Weiterhin ist die energetische Modernisierung ein wichtiger Teil des Quartiersansatzes – wie hier in Osdorf.